GRÜNDUNGSPROTOKOLL DER ARGE

 

Eltern der Realschulen gründen Arbeitsgemeinschaft

Gründungsversammlung der Elternbeiratsvorsitzenden der Realschulen im Regierungsbezirk Karlsruhe beschließt Satzung und wählt Vorstand.

Mit der Gründung einer Arbeitsgemeinschaft im Bereich des Regierungsbezirks Karlsruhe wollen die Elternvertreter der Realschulen eine stärkere Position für ihre Schulform im Bezirk und im Land aufbauen. Repräsentiert durch Vorsitzende und Stellvertreter der rund 100 Realschulen soll künftig im direkten Dialog miteinander, aber auch mit Ministerium und Fachgremien, intensiver Einfluss auf die Schulpolitik genommen werden.

Am 5. Mai 2012 hat sich in der Thomas-Morus-Realschule Östringen im Landkreis Karlsruhe die Arbeitsgemeinschaft „Arbeitsgemeinschaft der Elternbeiratsvorsitzenden der Realschulen im Regierungsbezirk Karlsruhe“ (KURZ: ArGe RS RB Karlsruhe) gegründet.

Eingeladen zur Gründungsversammlung hatten Sabine Leber-Hoischen (Mitglied des 16. Landeselternbeirats und Vorsitzende des Elternbeirats der Wilhelm-Wundt-Realschule in Mannheim) sowie Andreas Wirth (Vorsitzender des Elternbeirats der Thomas-Morus-Realschule in Östringen).

Den anwesenden Elternbeiratsvorsitzenden und Stellvertretern von Realschulen aus allen Schulamtsbezirken des RP Karlsruhe wurde durch einführende Worte der Gastgeber Hintergrund und Anlass der Versammlung erläutert. Die zunehmenden Anforderungen an die Realschulen, verursacht zum Beispiel durch den Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung und die anhaltenden Elternvorbehalte zu G8, machen Austausch und Dialog zwischen den Schulen zunehmend unerlässlich. Am Beispiel der Gymnasien wurde durch den derzeitigen Vorsitzenden der ARGE Gymnasien Nordbaden, Martin Adam, in einem Grußwort an die Versammlung deutlich, wie wichtig die Zusammenarbeit innerhalb einer Schulart ist. Und dies nicht nur, um über Gremien direkten Einfluss auf die Schulpolitik im Land zu nehmen, sondern auch, um Erfahrungen aus dem täglichen Schulalltag zu vermitteln. Denn nur im Vergleich wird die individuelle Situation an der eigenen Schule objektiv bewertbar.

Auch Marlen Pankonin, stellvertretende Landesvorsitzende der Initiative „Schule mit Zukunft e.V.“, begrüßte die Gründung der ArGe RS RB Karlsruhe als wichtig und überfällig. Sie wünschte viel Erfolg im Aufbau und freut sich auf eine gute Zusammenarbeit.

Sieht man sich die Startseite der Homepage des Kultusministeriums Baden-Württemberg an, dann fallen einem dort derzeit ausschließlich Schlagworte wie Gemeinschaftsschule, Ganztags-Grundschule, Haupt- und Werkrealschule oder G8/G9-Diskussion auf. Andere Schulformen wie z.B. die Realschule scheinen keine Rolle mehr zu spielen – drohen sozusagen stillschweigend zu „verschwinden“.

Dabei ist es eben gerade diese Schulart, der es seit Jahren gelingt, allein im Regierungsbezirk Karlsruhe bei verhältnismäßig geringer „öffentlicher Wahrnehmung“ fast 53.000 Schülerinnen und Schüler durch die Sekundarstufe I zu bringen. Viele Absolventen der Realschulen setzen ihre schulische Laufbahn erfolgreich in den beruflichen Gymnasien fort. Gleichzeitig bieten die Realschulen für Schülerinnen und Schüler aus anderen Bildungsgängen eine zusätzliche Möglichkeit, ihre Schulbildung erfolgreich abzuschließen. In vielen Betrieben werden Realschüler wegen ihrer soliden Vorkenntnisse als Auszubildende geschätzt.

Trotz all der vielen guten Ergebnisse werden die Realschulen bei der Ressourcenverteilung oft schlechter behandelt, als andere Schulformen. So erhalten sie beispielsweise etwa 14 % weniger Lehrerwochenstunden je Schüler als Gymnasien und stellen doch heute die Schulart mit der heterogensten Schülerschaft im Lande dar. Auch bei Lehrervergütung und Schulorganisation gibt es erhebliche Unterschiede, die nicht mehr zeitgemäß sind. Aus diesen Gründen sehen die gewählten Elternvertreter dringenden Handlungsbedarf gerade für die Realschulen, auch wenn diese in der Vergangenheit die Probleme stets mit großer Energie und großem Einfallsreichtum schulintern oder mit Hilfe örtlicher kommunaler Verantwortung und bürgerschaftlichem Engagement zu lösen versuchen.

Aus der Diskussion in der Arbeitsgemeinschaft haben sich dementsprechend bereits erste Themen heraus kristallisiert, die gemeinsam näher betrachtet werden müssen. Lehrerversorgung, Gebäudesanierung, Ganztagsschule, Verbesserung der Arbeitsbedingungen, Schulverpflegung, Schülerbeförderung, Fächerverbünde sind ebenso zu prüfen, wie die Abstimmung der Bildungspläne zwischen Grund- und Realschule auf der einen und den Realschulen und beruflichen Gymnasien auf der anderen Seite.

Allen Teilnehmern der Gründungsveranstaltung war die Wichtigkeit der Zusammenarbeit und der gemeinsamen „Stimme“ bewusst. Zur strukturierten Gestaltung der ArGe RS RB Karlsruhe wurde abschließend eine „Satzung und Geschäftsordnung“ erlassen und ein siebenköpfiger Vorstand bestimmt, der als Kollegialorgan die weitere Arbeit vorbereiten und leiten wird.

Zum Vorstand gehören Wadie Abdalla (Theodor-Heuss-Realschule Hockenheim), Carmen Haaf (Realschule Neckargemünd), Reinhold Hildebrandt (Mörike-Realschule Mühlacker), Michael Welsch (Ludwig-Uhland- Schule  Heimsheim) und Andreas Wirth (Thomas-Morus-Realschule Östringen). Sabine Leber-Hoischen (Mannheim) und Gernot Sam (Weinheim) sind als Mitglied bzw. stellvertretendes Mitglied des 16. Landeselternbeirats dem Vorstand der ArGe RS Karlsruhe kraft Amtes angeschlossen.

Für Samstag, den 10.11.2012, ist die zweite Mitgliederversammlung der ArGe RS RB Karlsruhe geplant. Die Einladungen werden zeitnah über die Schulen erfolgen. Der Vorstand der ArGe RS RB Karlsruhe freut sich auf ein zahlreiches Erscheinen der zuständigen Vertreter der Realschulen.

 

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